Programm 2026


Das Eröffnungswochenende von Vienna Digital Cultures 2026 erstreckt sich über drei Tage mit Ausstellungen, Performances und Diskussionen, die sich mit den sich wandelnden Bedingungen von Einsamkeit und Zusammengehörigkeit in einer digital vermittelten Welt befassen. Beginnend mit der Eröffnung am Donnerstag kommen über das Wochenende hinweg Künstler*innen und Theoretiker*innen zusammen, um sich mit Fragen an der Schnittstelle von Technologie und Gesellschaft auseinanderzusetzen. Unter dem Motto Alone or Together? beleuchtet das Festival, wie digitale Infrastrukturen Intimität, Sichtbarkeit und Zugehörigkeit neu gestalten. Das Eröffnungswochenende markiert den Auftakt für eine umfassendere Auseinandersetzung damit, wie sich Verbindung, Präsenz und Identität heute wandeln.

Der Eintritt für das gesamte Eröffnungswochenende ist frei. Weitere Informationen zu den einzelnen Veranstaltungen des Programms 2026 finden Sie im Kalender.

Kalender

DONNERSTAG, 21. MAI 2026

Film still, Lu Yang, DOKU The Flow, 2024

Das Festival eröffnet am Donnerstag parallel an zwei Spielorten. In der Panzerhalle des Heeresgeschichtliches Museum schafft Peter Kutin mit einer immersiven Licht- und Sound Arbeit den ganzen Tag über eine eindrucksvolle Atmosphäre – sie entzieht den Kriegsfahrzeugen ihre Funktion und stellt die Frage, was in der Stille bleibt.

Am Abend eröffnet The DOKU Trilogy im FOTO ARSENAL WIEN. Die Ausstellung zeigt Videoarbeiten von Lu Yang und kombiniert Videospielästhetik, Motion-Capture-Technologie und die buddhistische Yogācāra-Philosophie. Sie stellt die Frage, wo Identität verortet sein könnte, wenn Bewusstsein dargestellt, repliziert und endlos wiedergeboren werden kann.
Parallel dazu bringt Fabian Knechts Installation Lachen ist verdächtig eine materielle Spur zeitgenössischen zivilen Widerstands in das Programm ein und erweitert die Auseinandersetzung um Fragen von Wahrnehmung, Konflikt und den Bedingungen von Sichtbarkeit. In die Nacht geht es mit einem Live-Set von HYPER HYPER und einem Closing-Set
von KAROLINA.


FREITAG, 22. MAI 2026

ROTOЯ - SONIC BODY 
© Peter Kutin, Patrik Lechner, Mathia*s LenzFoto
© David Visnjic

Am Nachmittag findet ein Workshop statt, der die digitalen künstlerischen Positionen des VDC-Festival in den analogen Raum der Activities holt. Gemeinsam werden die Online-Arbeiten erlebt, erkundet und im direkten Austausch reflektiert – mit Projekten von Joaquina Salgado, Kolbeinn Hugi sowie Yarema Malashchuk und Roman Khimei.
Am Abend hält Peter Kutin in der Panzerhalle eine Live-Performance seiner Licht und Sound Installation ab, bevor das Programm in die Ruhmeshalle wechselt, wo der österreichische Künstler Oliver Laric eine Keynote hält und Felix Hoffmann (Artistic Director FOTO ARSENAL WIEN, Co-Direktor VDC), Kurator Nadim Samman und Georg Hoffmann (Direktor Heeresgeschichtliches Museum) die Besucher*innen begrüßen.


SAMSTAG, 23. MAI 2026

© Thomas Dekeyser

An diesem Tag finden im Bistro des FOTO ARSENAL WIEN fünf Vorträge zu Themen wie Online-Kunstaufträgen, technologischem Abolitionismus, digitaler Inklusion und KI-Kultur statt. Zuvor beginnt der Veranstaltungstag mit einer kuratorischen Führung durch die Ausstellung von Lu Yang. Zusätzlich werden am Nachmittag zahlreiche Workshops und Bildungsformate angeboten. Am Abend verlagert sich das Festival auf das Badeschiff,
wo eine Clubnacht in Kooperation mit den Wiener Festwochen stattfindet, die mit Sets von Rey Colino, Inland (Ed Davenport), Apex Anima x FRZNTE und THAO bis in die frühen Morgenstunden dauert.


SONNTAG, 24. MAI 2026

AI-assisted digital image © Sophie Publig

Am letzten Tag werden Workshops zu digitalen und analogen Praktiken sowie zu KI-Grundlagen angeboten. Zudem werden drei neu in Auftrag gegebene Online-Kunstwerke gezeigt, die die Reichweite des Festivals über seine physischen Veranstaltungsorte hinaustragen. Das Vortragsprogramm wird vom Weibel Institut für digitale Kulturen (Universität für angewandte Kunst Wien) zusammengestellt – mit einem Panel zu kollektiver digitaler Bewusstheit und „Brain rot“. Und die Künstler*innen Jakob Ganslmeier & Ana Zibelnik laden zu einem Gespräch über ihr Buch „If a Flower Bloomed in a Dark Room, Would You Trust it?“ (2025) ein, das sich mit den Zusammenhängen zwischen Online-Fitness-Blasen, Spiritualität und rechtsextremer Radikalisierung befasst.
Den Abschluss bildet der Panel Talk „From Cybernetics to Countercountercounterculture (After Party Politics)“ mit Anna-Verena Nosthoff und Paul Feigelfeld, der sich mit den historischen Verflechtungen von Technologie, Autoritarismus und gegenkulturellen Formen des Widerstands beschäftigt.