Ausstellung 2026
LU YANG – THE DOKU TRILOGY
Die DOKU-Trilogie (2018–2025) von Lu Yang untersucht die Auflösung des Selbst innerhalb digitaler, biologischer und spiritueller Systeme. Sie umfasst die Werke DOKU: Digital Alaya (2021), DOKU: the Self (2022) und DOKU: the Flow (2024). Die in Shanghai und Tokio ansässige Künstlerin verbindet Ästhetiken von Videospielen, Motion-Capture-Technologie und buddhistische Philosophie, um zu hinterfragen, wo Identität überhaupt verortet ist, wenn Bewusstsein dargestellt, reproduziert und unendlich wiedergeboren werden kann.
Im Zentrum steht ein Avatar, der auf dem eigenen Erscheinungsbild der Künstlerin basiert und sich durch mehrere Realitäten bewegt – vom Alltäglichen bis ins Fantastische. Bezugnehmend auf den Yogācāra-Buddhismus, insbesondere das Konzept des ālayavijñāna („Speicherbewusstsein“), stellt Lu Yang das Selbst nicht als stabile Entität dar, sondern als ein sich verschiebendes Geflecht aus Daten, neuronalen Prozessen und angesammelten Eindrücken.
Im Kontext des VDC 2026 Themas Alone or Together? stellt die Trilogie die Frage an ihrem Ursprung grundlegend neu: Wenn das Selbst nicht fixiert ist, was bedeutet es dann überhaupt, allein oder zusammen zu sein? Der Gegensatz beginnt sich aufzulösen, sobald die Idee eines kohärenten „Du“ ins Wanken gerät.
Hier konvergieren buddhistisches Denken und digitale Kultur. Der DOKU-Avatar – wiedererkennbar, aber zugleich an keinen einzelnen Körper gebunden – verkörpert einen Zustand kontinuierlicher Zirkulation: gegenwärtig, aber nie vollständig verortbar.
Die Ausstellung ist vom 22. Mai bis 6. September 2026 im FOTO ARSENAL WIEN zu sehen.